
Ich habe neulich eine Anfrage bekommen, wo sich um standesamtliche Urkunden aus dem Jahr 1911 handelte. 1911 war vor 100 Jahren und die alte Urkunden können sich nach der “100 Jahre Regel” entweder noch im Standesamt oder schon im Staatsarchiv befinden. Wie kann man sie finden?
Alte Dokumente werden wie ich schon früher erwähnt habe nach 100 Jahren in das Staatsarchiv verlegt. So sagt die Theorie
In der Praxis sieht es unterschiedlich aus. In Gleiwitz wurden vor Kurzem noch alle Dokumente im Standesamt gelagert, weil in dem Archiv.. keinen Platz dafür gab. Jetzt gibt es im gleiwitzer Archiv Urkunden bis 1905.
Und wie können Sie überprüfen wo genau sich die Dokumente aus der 100 Jahre Grenze momentan befinden? Ich würde hier wieder an die Datenbank PRADZIAD kommen, wo einfach die Bestände der einzelnen Staatsarchive durchgesucht werden können. Dort finden Sie auch die Kirchenbücher der unterschiedlichen Kirchengemeinden (katholisch, evangelisch, jüdisch usw.). Wenn der Jahrgang noch nicht auf der Liste steht heißt es, dass man danach in dem Standesamt suchen soll.
Die Suchmaske ist einfach und auch in englisch vorhanden, in meinem Handbuch finden Sie jedoch Übersetzungen der einzelnen Begriffe.
Na gut, aber was macht den eigentlichen Unterschied zwischen dem Standesamt und dem Archiv?
- der Zugang zu den Dokumenten. In dem Standesamt müssen Sie beweisen, dass Sie mit der befragten Person verwandt sind, im Archiv duerfen Sie durchstöbern was Sie nur wollen.
- in dem Standesamt bekommen Sie sehr selten eine Kopie. Es werden hauptsächlich Abschrifte gemacht, die teurer sind und können unvollständig sein (z.B. ohne Randvermerken ) oder Fehler haben.
Wenn Sie selbst so einen Fall haben würde ich Ihnen empfehlen ein oder zwei Jahre zu warten bis die Dokumente in das Staatsarchiv eintreffen. Dann können Sie das Archiv anschreiben und die Kopien beantragen, die für den Ahnenforscher doch von größerer Bedeutung als die Abschrifte sind.