Dezember 18, 2010 · Eintrag unter: Friedhöfe, Informationsquellen  

Schon wieder habe ich ein Bericht über der Beisetzung der Wehrmachtssoldaten auf einem Friedhof in Polen. Dieses mal handelt es sich um 366 Soldaten (davon nur 1 identifiziert) die auf 43 verschiedenen Stellen in Großpolen gefunden wurden.
Sie wurden am 05.11.2010 im Deutschen Soldatenfriedhof Milostowo in Poznan im Beisein von Vertretern des Deutschen Volksbundes und des Vereins POMOST e.V. aus Poznan beigesetzt.

Auf der Internetseite des Vereins POMOST gibt es einige Bilder aus der Beisetzung.

Tomasz Czabanski, der Leiter von POMOST sagt:

“bei der Exhumierung arbeiten auch Geschichte- und Archäologie-Studenten, sowie Absolventen. Unsere Arbeit heisst die Geschichte zu entdecken, wir werden aber auch oft mit dem Leiden konfrontiert. Manchmal werden in den Massengräbern auch Leichen von Frauen und Kindern entdeckt.”

Ein Bericht (in polnisch) gibt es auch bei epoznan.pl.

November 21, 2010 · Eintrag unter: Schlesien, TV Tipps  

In der nächsten Woche wird es im Fernsehen viele Sendungen geben, die über Schlesien berichten. Die Sendezeiten sind zwar etwas für normal arbeitende Leute “ungünstig”, aber dafür gibt es auch eine Lösung – siehe ganz unten.

Do 25. November 2010, 3SAT, Im schlesischen Himmelreich:

03:50 Uhr, Folge 1: Der Graf und die Kohlendiebe

Im Oberschlesischen Industrie- und Steinkohlerevier kehrt der schwer kranke Valentin Graf Ballestrem ein letztes Mal an die Stätte seiner Kindheit zurück, in das Dorf um Schloss Plawniowice. Seine Vorfahren zählten zu den bedeutendsten Großindustriellen Oberschlesiens. Der Familie gehörten Kohlegruben, Wälder, Säge- und Stahlwerke, in denen 50.000 Menschen Arbeit hatten. Wie die meisten Schlesier hat auch seine Familie 1945 alle Besitztümer verloren

04:35 Uhr, Folge 2: Wo der Westen den Osten trifft

Im Bergland der Beskiden erzählt ein alter Bauer, dass er die Deutschen hasst: “Aber nur die, die mir damals mit der Panzerfaust den Arm weggeschossen haben!” Am anderen Ende Schlesiens, ganz im Westen, sitzt eine alte Frau allein in einer kleinen Holzkirche. Zwischen ihren Fingern hält sie einen Rosenkranz. “Der ist das einzige, was ich gerettet habe”, sagt sie, “damals, als die Russen kamen, die Mädchen und Frauen zusammengetrieben und vergewaltigt und dann das Dorf in Brand gesteckt haben.”

Fr 3. Dezember 2010, Phoenix, Eine Reise durch Schlesien:
03:35 Uhr, Von Görlitz bis Glatz
04:20 Uhr, Von Kattowitz bis Breslau

Jahrhundertelang war Schlesien Zankapfel zwischen wechselnden Mächten. Viele Länder haben hier ihre Spuren hinterlassen. Österreicher, Preußen und zuletzt die Polen. Drei Kriege führte der Preußenkönig Friedrich der Große gegen seine Erzrivalin Maria Theresia um dieses Land und machte es, als er siegreich blieb, zur blühenden Industrie- und Kulturregion seines Reiches.

Di 7. Dezember 2010, 3SAT:
05:50 Uhr Das raue Reich von Rübezahl Weihnachten im Riesengebirge

Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in das Riesengebirge, durch Vergangenheit und Gegenwart, und erzählt von Menschen und ihren Traditionen in Rübezahls rauem Reich.

Und hier ist die Lösung für alle, die keine andere Möglichkeit haben diese Sendungen aufzunehmen und möchten in der Nacht doch lieber schlafen. Wie der Anbieter der Dienstleistung schreibt: “Einloggen, Programm und Sendung auswählen, aufnehmen, downloaden und ansehen oder direkt streamen”. Und – es kann 14 Tage frei getestet werden!

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November 17, 2010 · Eintrag unter: Pommern  

Schon wieder habe ich etwas für die, die sich für Pommern, ganau für Usedom und noch genauer für Swinemünde interessieren.

Es gibt ein Buch “Der Golm und die Tragödie von Swinemünde“,  herausgegeben von dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der Verläger beschreibt das Werk folgend:

Golm

Auf Initiative des Leiters der JBS, Dr. Nils Köhler, der auch die Redaktionsleitung hatte und Autor mehrerer Beiträge ist, entstand nun ein Sammelband, der unter dem Titel „Der Golm und die Tragödie von Swinemünde – Kriegsgräber als Wegweiser zwischen Vergangenheit und Zukunft“, eine lange überfällige Gesamtbetrachtung liefert. Die Beiträge reichen von der Geschichte des Golm und Swinemündes aus verschiedenen Blickwinkeln über die Schilderung des Bombenangriffs, seiner Hintergründe und Folgen, über die unmittelbare Nachkriegsgeschichte Swinemündes, die Versuche der „Bewältigung“ der Problematik durch die DDR und das Wirken der Interessengemeinschaft Gedenkstätte Golm ab 1992 bis zur aktuellen Gesichtspunkten des Umgangs mit Geschichte.

Der Golm und die Tragödie von SwinemündeDer besondere Wert der Publikation besteht darin, dass alle wichtigen Aspekte beleuchtet werden, nichts aus oft anzutreffender „politischer Korrektheit“ ausgespart oder geglättet wird. Dazu gehören Augenzeugenberichte vom Leben in Swinemünde und vom Bombenangriff ebenso wie Fragen zur Grenzziehung 1945, nach der Behandlung von Deutschen durch die polnischen Behörden und das Agieren der sowjetischen Besatzungsmacht sowohl in Swinemünde als auch in Mecklenburg und Vorpommern und nicht zuletzt die Frage nach den Opferzahlen. Zur allgemeinen Problematik alliierter Bombenangriffe kommen namhafte Autoren zu Wort, deren Aussagen bereits durchaus kontrovers diskutiert wurden.

Der Golm und die Tragödie von Swinemünde
Hardcover
508 Seiten
179 Abbildungen
16,3 x 24 cm
ISBN 978-3-9809640-6-7
€ 14,80
September 18, 2010 · Eintrag unter: Friedhöfe, Pommern  

Bei der Übersetzung des letzten Artikels habe ich die Internetseite Pomorze1945.com entdeckt. Sie wird von einer Such- und Forschungsgruppe betreut, die (bis jetzt) keine formelle Organisation darstellt. Es sind Mitglieder der Stettiner Gruppe der Gesellschaft für Militärarchäologie „Pomorze” und Spezialisten vom Institut für Gerichtsmedizin der Pommerschen Medizinakademie in Stettin. Seit über 20 Jahren werden Soldatenleichen exhumiert, in enger Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden und deutschen Organisationen (insbesondere dem VDK).

Wer sich also für die Kriegsgeschichte in Pommern oder nach vermissten Soldaten in dieser Gegend interessiert, der soll die Seite unbedingt besuchen.
Es werden dort Sucheinsätze beschrieben (mit Fotos), Soldatenfriedhöfe vorgestellt und Kämpfe in 1945 erklärt (nur in polnisch). Nicht zu unterschätzen ist auch die Suchfunktion für schon entdeckte Soldaten.

September 15, 2010 · Eintrag unter: Friedhöfe, Pommern  

Auf der Insel Wollin, genau in dem Ort Korzęcin (Korrentin) wurden neulich 12 Leichen von Wehrmachtsoldaten gefunden. Sie sollen wahrscheinlich 1945 gefallen sein. Die Suche nach weiteren Gräber wird fortgesetzt.


Ausgrabung der 12 Wehrmachtsoldaten in Korzęcin

Hier die Übersetzung aus der örtlichen Zeitung (”Głos Szczeciński“):

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September 2, 2010 · Eintrag unter: Informationsquellen  

Als ich mit der Ahnenforschung vor einigen Jahren angefangen habe, wurde oft das Buch “Leitfaden für Amateurgenealogen” (Poradnik genealoga amatora) von Rafał Prinke empfohlen. Man konnte es aber nirgendswo zu kaufen, die Auflage war wohl zu klein. Nicht mal alle Bibliotheken hatten dieses Buch in ihren Beständen. Die Neugier es zu lesen war groß, weil es immer wieder in den Foren darauf hingewiesen wurde. Es ist mir leider nicht gelungen das Buch in die Hand zu bekommen, aber der Name des Autors habe ich mir gut bemerkt.

Gestern habe ich in dem Blog von MyHeritage ein Interview mit… Rafał Prinke gefunden! Das Thema ist eigentlich nur die Person von Herrn Prinke, es gibt leider wenige Informationen die für die Forschungen in Polen hilfreich sein können. Nur die Forscher, für die der Raum Posen interessant ist, können vielleicht davon profitieren. Es wird auf das Posen-Projekt hingewiesen, wo eine Heiraten-Datenbank zu finden ist.  Herr Prinke gründete ausserdem die Gesellschaft für Familienforschung von Posen.

Lesen Sie am besten das Interview selbst. Fremde Erfahrung ist immer wertvoll.

Juli 22, 2010 · Eintrag unter: Informationsquellen, Schlesien  

Einer der fleißigsten Ahnenforscher die ich kenne, nämlich Stefan Guzy aus Berlin hat seine Arbeit an dem Urbar der Herrschaft Cosel aus dem Jahr 1578 abgeschlossen. So beschreibt er seinen Werk selbst:

Nach fast drei Jahren Arbeit habe ich meine Untersuchung des oberschlesischen Urbarwesens vom 15. bis zum 19. Jahrhundert beendet
und meine Edition des Urbars der Herrschaft Cosel aus dem Jahr 1578 abgeschlossen. Über 1000 Personennamen sind erfasst. Erstmalig sind
auch alle im Druck erschienenen oberschlesisches Urbare in einer umfangreichen Literaturübersicht aufgeführt. Das Buch wurde in die
neue Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher aufgenommen und erscheint in diesem Herbst in Fadenheftung und Ganzleinen.

Bis zum 1. September können Vorbestellungen zu einem stark vergünstigten Preis von 20,00 EUR abgegeben werden. Beiliegend finden
Sie ein Subskriptionsformular sowie zwei Beispielseiten (Seite 1 und Seite 2) aus dem Buch.

Ein Urbar bezeichnet ein Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft und Leistungen ihrer Grunduntertanen und ist eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des Lehnswesens.

Ich glaube, es ist eine sehr gute Informationsquelle für alle, die im Raum Cosel / Oberschlesien forschen. Und Stefan hat Ihnen das Lesen der alten Schriften einfach gemacht.

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